Skinmade: Datenbasierte Hautpflege nach Maß

Das Start-up Skinmade, gegründet 2018 aus einem Forschungsprojekt heraus, in dem dermatologisches Wissen mit produktions- und ingenieurstechnischem Know-How kombiniert wurde, setzt auf eine umfangreiche Datenanalyse, um für die Kunden individuelle Pflegeprodukte frisch herzustellen.

In der Beauty-Industrie wird Individualisierung von Produkten nach Hauttyp seit Jahrzehnten groß geschrieben. So gibt es Pflegeprodukte für trockene, fettige, sensible Haut, für junge, mittelalte und ältere KundInnen. Der Ansatz von Skinmade geht hier noch weiter: Die Pflegeprodukte werden auf einzelne Kunden individualisiert und mit Losgröße 1, also in einer Einzelanfertigung hergestellt. Damit folgt das Unternehmen der seit einiger Zeit in der Produktion im Trend liegenden „Mass Personalization“.

Fünf Jahre an Forschungs- und Entwicklungsarbeit stecken im Produkt des Fraunhofer-Institut-Spin-Offs. Basis aller Produktionen sind Daten, die analysiert werden. Dazu gehören nach Aussage des Unternehmens sowohl demografische, biometrische Daten, Biomarker der Haut sowie pharmazeutische Spezifikationen von Wirkstoffen. Die Daten werden pro Kunde individuell analysiert und weiterverarbeitet. Dazu kommen mehrschichtige neuronale Netzwerke zum
Einsatz, mit denen sich die biologisch und dermatologisch optimale Zusammensetzung der Pflege für eine Person ermitteln und sofort u. a. am Point
of Sale automatisiert herstellen lässt.

Die individuellen Daten einer Person sind dabei die Basis für das Geschäftsmodell
von skinmade. Individuelle Hautprobleme lassen sich durch personalisierte Hautpflegeprodukte lösen. Dabei kann die Ursache von Hautproblemen durch Messen von problemspezifischen Biomarkern erfasst werden. Skinmade misst diese problemspezifischen Biomarker und die KI berechnet basierend auf diesen Messergebnissen individuelle Formulierungen, um die gemessenen Biomarker durch die Zusammensetzung des Pflegeprodukts gezielt so zu verändern, dass dadurch die entsprechenden Hautprobleme gelöst werden.

Für den Kunden ergeben sich aus der Datennutzung ebenfalls ganz individuelle
Vorteile: Zum einen werden durch die personalisierte Pflege seine Hautprobleme verbessert und im besten Fall gelöst. Zudem erhält der Kunde durch die Datenanalyse eine quantifizierte Darstellung der Ursachen seiner Hautprobleme. Durch das Skin Tracking kann der Kunde sogar den Verlauf der Verbesserung beziehungsweise die Entwicklung der Biomarker begreifen und nachvollziehen.

Bereits zwanzig Verkaufsstellen, an denen ein Skinmade-Messsystem mit Datenanalyse im Einsatz ist, hat Skinmade europaweit bereits im Einsatz,
die Verkaufsstellen werden kontinuierlich ausgebaut. Das Unternehmen setzt bei den Produkten auf eine hohe Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe. Die Produkte werden direkt nach der Hautanalyse frisch für den Kunden hergestellt. So kann auf den Großteil an Konservierungsmitteln verzichtet werden. Frisch und individuell.

Für die automatisierte und individualisierte Produktion von Pflegeprodukten unter Nutzung der individuellen Kundendaten gewann das Unternehmen 2019 entsprechend den Gründerpreis des Landes Baden-Württemberg.