Netzwerkerinnen: Women in Business

Frauen sind, laut einer internationalen Studie des Berliner Wissenschaftszentrums, hervorragende Netzwerkerinnen. Dazu sind sie stark in der Kommunikation und können dazu beitragen, dass Know-how besser geteilt wird. Schon dies mag ein Grund sein, weswegen weibliche Gründerinnen anders agieren als ihre männlichen Pendants, doch genauso erfolgreich. Dennoch sind weibliche Gründerinnen in der Tech-Branche noch unterrepräsentiert. Verschiedene Netzwerke und Förderprogramme sollen dies ändern, so etwa Women in Business.

Das unternehmerische Potenzial der jungen Frauen in der Donauregion ist unterentwickelt. Auch die Gründerteams, die die bwcon beratend unterstützt, sind vorwiegend männlich, teilweise gemischt, selten reine Frauenteams. Die Projektpartner des Projekts Women in Business, allen voran bwcon, möchten Frauen ermutigen, Unternehmen zu gründen und mit innovativen Ideen Markterfolge zu erzielen. Coachings, Mentoring, Good Practices, Entrepreneurship Women Centers und der Aufbau einer Special Interest Group sind nur einige Beispiele, wie bwcon die Frauen unterstützt.

In der bwcon GmbH wurde in der letzten Zeit immer deutlicher, wie hoch der Bedarf an Austausch und die Wichtigkeit des Themas sind. Daher wurden die Bedürfnisse und Hindernisse junger Unternehmerinnen evaluiert. In Deutschland fehlt es vor allem an Erspartem, am Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, an unternehmerischen Fähigkeiten, an Risikobereitschaft und an der Vereinbarkeit von der Selbstständigkeit mit der Familie. Ein Wunsch nach Coachings sowie staatlichem Mentoring kristallisierte sich heraus.

Angebote der bwcon für junge Gründerinnen

bwcon nutzt ihre Venture Development Plattform mit einer eigens für das Projekt entwickelten „Women in Business“-Gruppe. Gründerinnen wird somit die Möglichkeit geboten, auf Online-Trainingsdokumente zuzugreifen, welche auf die verschiedenen identifizierten Trainingslevels ausgerichtet sind. Außerdem bietet
die Plattform einen gegenseitigen Austausch zwischen Gründerinnen sowie mit Mentoren. Auch weiterführende Informationen sowie Neuigkeiten zum Projekt und Veranstaltungen im Kontext „Women in Business“ werden hier bereitgestellt. Live-Webinare ergänzen das Angebot. Aufgezeichnete Webinare stehen auf dem „Women in Business Project“-YouTube Kanal bereit. Darüber hinaus konnte zu Beginn des Projektes eine nationale Stakeholder-Gruppe aufgebaut werden, die einen regelmäßigen Austausch Gleichgesinnter bietet und zu spannenden Diskussionen anregt.

In vier Ländern befi nden sich sogenannte Entrepreneurship Women Centers im Aufbau, welche die bwcon mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten unterstützt, um das weibliche Unternehmertum in der Donauregion zu stärken. EWCs sind multifunktionale Räume, die in Form von Ausbildung, Mentoring und Vernetzung wirtschaftliche Chancen für junge Frauen schaffen sollen.

Vielfältige Themen und Austauschmöglichkeiten

Parallel befindet sich die Special Interest Group (SIG) im Aufbau. Erste Treffen dienen zur Ideenfindung und strategischen Ausrichtung. Anlass der Vernetzung ist der Bedarf am Austausch zum Thema „Women in Business“, speziell im Technologiesektor. bwcon Mitglieder hatten sich aus dem bisher bestehenden Netzwerk heraus für eine formale Plattform ausgesprochen.

Bereits im Dezember 2019 fand eine Art Gründerinnenstammtisch statt. Anja Hendel (damals Leitung Porsche Digital Lab), Tanja Rug (Unternehmenscoach und Co-Founder Online Academy She Potential) und Anja Lange (Innovative Women Netzwerk) freuten sich über den hohen Zuspruch.

Die Themen rund um „Wommen in Business“ sind vielfältig. Schnell kristallisierte sich heraus, den Frauen im Netzwerk eine Bühne für mehr Sichtbarkeit außerhalb der bwcon zu schaffen. Dazu planen sie Veranstaltungen, Interviews und weitere Aktivitäten. Mit Hilfe von Peer Learning und Good Practices Austausch sollen Erfahrungen geteilt werden. Daraus ergeben sich bestenfalls Mentorin- oder Supervision-Situationen – kollegiale Beratung im cross-company Ansatz.

Der Schritt aus dem eigenen Unternehmen heraus verhindert eine gewisse Betriebsblindheit, erlaubt offen zu sprechen und über den eigenen Tellerrand zu schauen. Dies muss nicht nur von Frau zu Frau geschehen, Männer sind durchaus willkommen: Mancher Mann kämpft zum Beispiel mit Vorurteilen, wenn er in Elternzeit geht.

Viele Schwerpunkte möglich

Aufgrund der Ideenhäufing im ersten Treffen denkt bwcon bereits über eine Fokussierung durch verschiedene Unterthemen nach. Diese könnten sich auf Female Leadership im Mittelstand in Baden-Württemberg beziehen. Frauen haben nicht nur Führungspositionen, sondern auch einen wertvollen Expertenstatus auf ihrem Gebiet. Außerdem ist die Familien- und Unternehmensnachfolge ein großes Thema. Auch der Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder die erfolgreiche Balance zwischen Kindern und Beruf beschäftigen viele Mitglieder. Zudem wünschen sich einige Interessentinnen Unterstützungbei der Firmengründung durch Mentoring.

Mentoring kann auf allen Hierarchieebenen und in allen Altersgruppen, aber auch zwischen Experten sinnvoll sein. Ob junges Talent oder erfahrene Geschäftsfrau, ein betriebsübergreifender Gedankenaustausch bringt alle in ihrem Berufsalltag weiter. Nachtürlich bewahrt der Codex vor Abwerbeversuchen oder dem Brechen von Betriebsgeheimnissen.

Namenssuche bringt Herausforderung

Kathrin Günther und Barbara Austel möchten sich in die Steuerung der SIG einbringen. Offen ist der konkrete Name und damit der Diskussionsschwerpunkt. Auch wenn Männer genauso vom Thema Elternzeit betroffen sind, empfinden die Frauen das Motto „Diversity“ als zu umfassend. „Frauen in Führungspositionen“, der Arbeitstitel, fokussiert sich zu sehr auf die Führungsrolle – Frauen in Verantwortungs- und Expertenrollen finden sich hier nicht.

Dennoch soll der Leitungsgedanke zusammen mit der Chancengleichheit bestehen bleiben. Denkbar wäre eine Wortkreation aus den Schlagwörtern Frauen, Mittelstand und Baden-Württemberg. Die Konzentration auf die Mitglieder von bwcon schafft anfangs einen vertraulichen Rahmen für tiefergehende Gespräche.


Interesse geweckt?

Treten Sie der Women in Business Community bei. Gründerinnen können gerne das Trainingsmaterial auf der Plattform einsehen. Alle Interessierte sind in der Stakeholder Gruppe herzlich willkommen. Nutzen Sie die Events und folgen Sie dem „Women in Business Project“-You-tube Kanal.

Projektdaten

Laufzeit
01. Juni 2018 bis 31. Dezember 2021
Finanziert durch EU Interreg Programm

Budget
2.021.050 EUR

Zielgruppe
Junge Unternehmerinnen im Alter von 15 bis 34 Jahren
14 Projektpartner aus neun Ländern (Bulgarien, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Moldawien, Rumänien und Deutschland)


Lesen Sie hierzu auch unsere Interviews mit starken Frauen in Führungspositionen