Beim Pitch überzeugen: Wer den CyberOne gewinnen will, muss die Jury beim Pitch für sich begeistern.

Hilfe auf dem Weg nach oben

Zum CyberOne Hightech Award Baden-Württemberg gehört weit mehr als nur die Businessplan-Einreichung der Gründer und die Auswahl der Gewinner durch die Jury. Vor der Bewerbung und dem finalen Pitch gilt es, die Gründer optimal zu unterstützen und ganzjährig durch Berater, Coaches und Experten zu begleiten.

Am Anfang steht der potenzielle Gründer mit seiner Idee, die meist über den Bildungsweg oder die berufliche Praxis, manchmal aber auch in der täglichen Arbeit durch eine Notwendigkeit und den Wunsch nach Optimierung von Prozessen entsteht. Doch bevor aus einer Idee eine Unternehmensgründung werden kann, gibt es viel zu tun. Der Markt und die Konkurrenz müssen analysiert und Patentanwälte konsultiert werden – und es gilt einen sauberen Businessplan zu schreiben, der allen Fragen zum Produkt, Kunde und Markt, zur Machbarkeit, Finanzplanung, Marketingstrategie sowie zu Chancen und Risiken Stand hält.

Schon zu Beginn eines jeden Jahres findet die CyberOne-Roadshow in ganz Baden-Württemberg statt. Hier vermitteln Referenten in Fachvorträgen und unternehmerischen Erfahrungsberichten praxisrelevantes Gründerwissen der Businessplanung an interessierte Gründer. Die Roadshow dient nicht nur als Werbung für den CyberOne Award, um die Zahl der Einreichungen zu erhöhen. Sie ist auch fester Bestandteil der Gründerförderungen des Landes.

Neuer Rekord mit 89 Einreichungen
Mit 89 Einreichungen eines vollständigen Businessplans für den von Baden-Württemberg: Connected e.V. (bwcon) und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau durchgeführten CyberOne konnten sich in diesem Jahr noch einmal mehr Gründer für den Wettbewerb qualifizieren, als in den Jahren zuvor. Die meisten von ihnen wurden bereits im Vorfeld von bwcon bei der Erstellung ihres Businessplans beraten.

36 Experten haben bei der Jurysitzung die Gewinner des CyberOne Hightech Awards festgelegt.
36 Experten haben bei der Jurysitzung die Gewinner des CyberOne Hightech Awards festgelegt. // Foto: bwcon

Nach dem erfolgreichen Bestehen des Juryurteils konnten die diesjährigen neun Finalisten im BED Businesspark Ehingen Donau – der ehemaligen Schlecker-Zentrale und neue Geschäftsstelle der bwcon – auf der CyberOne-Unternehmerschule drei Tage mit Beratern und Experten aus dem bwcon-Netzwerk arbeiten. Die Teams lernen sich dabei untereinander kennen, sehen ihre direkte Konkurrenz, wecken gegenseitig den Kampfgeist in sich und erhalten in expliziten Einzelgesprächen durch Coaches einen letzten Schliff. Ihre Präsentationen werden auf den Prüfstand gestellt und ihr Businessplan kritisch hinterfragt: Sind alle wichtigen Punkte abgedeckt? Sollten andere Prioritäten gesetzt werden? Und wie überzeugt man vor einer so großen Fachjury? Die Experten von PATEV, Ernst & Young, der HBM Unternehmerschule der Universität St. Gallen und neun Coaches aus dem bwcon-Pool bereiteten die Finalisten nicht nur auf den finalen Pitch vor der Jury vor, sondern auch auf die Zeit nach dem CyberOne.

Die 36 Jurymitglieder des Wettbewerbs beurteilten in der Woche nach der Unternehmerschule dann die finalen Pitches der Gründer und ermittelten daraus die drei Gewinner der Branchenschwerpunkte. Mit Blick über die Stadt Stuttgart saßen die Vertreter von WRO, Ebner Stolz, BridgingIT, KDRS/RZRS, LBBW Venture Capital, dem HTGF, der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg, Vector Venture Capital, ratiopharm, der BIOPRO, TRUMPF, IBM, der Deutschen Bank, der Haufe Gruppe und einigen mehr in der BW Bankfiliale Stuttgart-Mitte den Tag über zusammen und ließen sich von den Gründern überzeugen.

Beim Pitch überzeugen: Wer den CyberOne gewinnen will, muss die Jury beim Pitch für sich begeistern.
Beim Pitch überzeugen: Wer den CyberOne gewinnen will, muss die Jury beim Pitch für sich begeistern. // Foto: bwcon

Sie lobten fast durchweg die hohe Qualität der Pitches und die gute Vorbereitung der Gründer. Die Qualität sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und daher sei es schwierig, zwischen den einzelnen Finalisten zu entscheiden, ließen einige Vertreter am Ende des Tages verlauten. Alle hätten es verdient, zu gewinnen. Doch am Ende des Tages standen drei Gewinner fest, die sich am 13. November bei der Preisverleihung über 10.000 Euro Preisgeld und viel Öffentlichkeit freuen dürfen. Das objektive Urteil der Experten – ob eine Geschäftsidee Potenzial hat und in der Praxis bestehen könnte – ist für alle Teilnehmer ein großer Gewinn. Die CyberOne-Preisverleihung ist für die Gründer nach einer solch intensiven Arbeit an ihrer Unternehmung dann noch das i-Tüpfelchen.

Tomma Profke