Eine Krise kann neue Möglichkeiten eröffnen

Im Gespräch mit #6789 erläutert bwcon-Vorstand Jürgen Siegloch, welche Chancen sich in Krisenzeiten für Start-ups ergeben und warum der CyberOne High Tech Award 2020 so wichtig ist.

Zur Person

Jürgen Siegloch (Titelbild) ist seit Janur 2015 im Vorstand von bwcon und seitdem auch für den Businessplan-Wettbewerb CyberOne zuständig. Er ist Geschäftsführer von C&S Marketing und engagiert sich als Coach und Business Angel für junge auftstrebende Unternehmen aus der Hightech-Wirtschaft. Zuvor war er Geschäftsführer der Direktmarketing-Sparte des Offenburger Burda-Konzerns.


Jürgen Siegloch im Interview

Welche Herausforderungen gibt es für Start-ups in der Krise?

Die Corona-Pandemie stellt unsere Gründerszene vor eine schwierige Aufgabe. Veranstaltungen fallen aus, Aufträge verzögern sich, Investitionen gehen zurück und damit auch die Umsätze. Besonders für aufkeimende Start-ups kann das leider oft das Ende bedeuten.

Wie ist der CyberOne anders aufgestellt?

Wir standen in diesem Jahr vor einer organisatorischen Herausforderung. Mit dem CyberOne möchten wir möglichst viele Menschen miteinander vernetzen. Gleichzeitig nehmen wir unsere Verantwortung gegenüber unseren Gästen sehr ernst. Deswegen haben wir ein neues hybrides Eventformat erstellt. Die Preisverleihung wird allen Teilnehmenden online zugänglich gemacht. Professionelle Matching- und Streamingtools ermöglichen es, die Vorträge und die Verleihung im Livestream zu verfolgen und interaktiv mitzuwirken.

Wie geht es für Start-ups weiter?

Die Vergangenheit hat uns bereits gelehrt, dass eine Krise auch immer neue Möglichkeiten eröffnen kann. Krisen haben früher und auch heute den Gründergeist beflügelt und neue Unternehmen hervorgebracht. Es gibt in diesem Jahr zwar zehn Prozent weniger Gründerinnen und Gründer, aber es haben sich 134 Start-ups mit tollen, innovativen Konzepten für die diesjährige Verleihung des Hightech Awards CyberOne beworben – ein Einreichrekord! Auf die Frage, wie es mit den Start-ups weitergeht, gibt es keine eindeutige Antwort, denn Gründen bedeutet immer, ein Risiko einzugehen. Daher freue ich mich, dass wir mit dem CyberOne unseren Finalisten ein großes Netzwerk und Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten bieten.

Was kann man aus der Krise mitnehmen?

Die Digitalisierung in Deutschland wird schon lange diskutiert. Enorme Fortschritte und schnelle Lösungen hat uns allerdings erst die Corona-Krise gebracht. Von Home-Office über Zoom-Meetings, die Krise hat gezeigt, dass wir uns jederzeit und überall austauschen können. Ich vermute, dies führt zu einem grundsätzlichen Umdenken in der Gesellschaft und in den Unternehmen. Es hat auch gezeigt, dass es hinsichtlich der Digitalisierung in Deutschland noch viel Potenzial gibt. Meiner Meinung nach ein entscheidender Faktor, um den Technologiestandort Deutschland weiter voranzubringen.


Zuschauerpreis-Sponsor DigitalSüdwest2025 e. V.

Erstmalig können auch Teilnehmende des CyberOne 2020 für das Start-up ihrer Wahl stimmen. Unterstützt wird dieser Zuschauerpreis von DigitalSüdwest2025.

Jürgen Maier
Geschäftsführer Fürstenberg-Forum

„Vor drei Jahren wurde aus dem Fürstenberg Forum heraus die Standortinitiative DigitalSüdwest2025 als Verein e.V. gegründet. Für die Mitglieder werden Dienstleistungen, Services, Workshops/Expertenrunden, diverse Veranstaltungsformate sowie Informationen aus den vier Säulen Forschung/Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt und zur Verfügung gestellt. Die Initiative soll einen schnellen Wissens- und Technologietransfer von Digitalisierungsansätzen und -technologien in mittelständische Unternehmen und Start-ups aus allen für den Südwesten wichtigen Branchen unterstützen.“