Digital Fehler finden

Industrie 4.0 steht synonym für die Digitalisierung der Produktion. Dass dann die Qualitätssicherung ebenfalls digital betrieben werden kann, machten sich drei Forscher am KIT zunutze. Sie gründeten ein Unternehmen zur Fehlervermeidung in der Produktion. Benutzer können virtuell in die reale Welt einsteigen und Fehler beheben, bevor sie entstehen.

Anstatt an seiner Doktorarbeit zum Thema „Unternehmensübergreifende Produktentwicklung“ zu arbeiten, schrieb Andreas Rüdenauer, 31, einen Businessplan für ein Start-up namens Rüdenauer 3D Technolgy, das sich genau darum kümmert. Dessen Idee heißt Cross Connected. Das ist eine Virtual-Reality-Plattform, die Produkte und Prozesse digital abbildet und dazu dient, Fehler in der Produktion zu vermeiden.

„DAS BESONDERE UNSERER LÖSUNG IST, DASS DER ANWENDER IN DIE DIGITALE WELT SCHLÜPFEN UND DORT MIT DATENHANDSCHUHEN ARBEITEN KANN, UM PRODUKTIONSPROZESSE ZU OPTIMIEREN.“

Andreas Rüdenauer

Das Gründungsjahr war 2014, Gesellschafter sind Andreas Rüdenauer, seine Frau, die ihre Promotion am KIT bereits abgeschlossen hat, und ein Kollege aus dem Forscherteam. „Wir sehen in Virtual Rality ein riesiges Potential“, sagt Rüdenauer. Der Zeitpunkt passte auch: Digitalisierung ist ein vorherrschendes Thema. Die Grundfunktionalität der Plattform ist funktionsfähig. Derzeit wird sie bei Kunden getestet, im nächsten Jahr soll das System voll einsatzfähig sein.

2017 will das junge Unternehmen schwarze Zahlen schreiben. Finanziert wird es aus dem Förderprogramm „Junge Innovatoren“ von Baden-Württemberg. „Ohne dieses Mittel wäre der Aufbau unserer Firma in dieser Form für uns nicht möglich gewesen.“ Doch auch Kontakte zählen: „Netzwerke sind unglaublich wichtig.“ Deshalb sind die drei oft auf Industrieveranstaltungen und Messen oder Netzwerktreffen anzutreffen.