Die neue Automobilwirtschaft

Ein strategischer Dialog mit allen beteiligten Akteuren aus Politik und Wirtschaft treibt den Wandel voran. „Die Megatrends Elektrifizierung, Digitalisierung, autonomes Fahren und Sharing-Modelle haben uns mitten in ein neues Mobilitätszeitalter katapultiert.“
Winfried Kretschmann findet im Juli dieses Jahres klare Worte dazu, in welchem Umbruch sich die deutsche Automobilwirtschaft befindet. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg zog bei einer Zusammenkunft aller Beteiligten des von der Landesregierung angeregten und vom Staatsministerium geleiteten Strategiedialogs Automobilwirtschaft BW eine erste Bilanz nach einem Jahr Arbeit.

Alle relevanten Gruppen an einen Tisch bringen, um zukunftsfähige Lösungen und Strategien für die Automobilwirtschaft zu entwickeln – das ist der auf insgesamt sieben Jahre angelegte Plan des Strategiedialogs Automobilwirtschaft BW.
Sechs Themenfelder bearbeiten die dafür wichtigsten Bereiche: die Produktion und Zulieferung, den Vertrieb, die energiepolitische Seite, das Thema Digitalisierung, neue Verkehrslösungen und das Forschungs- und Innovationsumfeld.
Jedem der sechs Themenfelder des Programms stehen ein Fachministerium und ein Wirtschaftsunternehmen voran. Außerdem beteiligen sich im jeweiligen
Lenkungskreis weitere Vertreter aus der Wirtschaft und Wissenschaft
sowie einige Initiativen und NGOs.

Auch die Arbeitnehmerseite der Automobilwirtschaft und Bürger als Kunden und Nutzer werden in diesen Prozess eingebunden. Es geht also nicht nur um eine technische und
wirtschaftliche Veränderung, sondern auch um eine gesellschaftliche.
Mit der Landesagentur e-mobil BW als Koordinator aller Themenfelder nimmt der Strategiedialog Automobilwirtschaft BW seit einem Jahr Fahrt auf.
Erste Projektideen aus den einzelnen Themenfeldern starten in die Umsetzungsphase:
Der Aufbau eines Zentrums für digitalisierte Batteriezellenproduktion, neue Konzepte für
das Recycling von Batterien, neue Stromanwendungen im Verkehr, ein Elektromobilitäts-Nachrüstprogramm für Busse oder ein intelligentes Parkraummanagement sind einige
Beispiele, mit denen sich die Lenker und Macher der Themenfelder momentan beschäftigen.
Die Aufgabe des SDA ist es, die für den Transformationsprozess wichtigen Handlungsfelder aufzuzeigen und dabei nicht nur landes- sondern auch bundes- und sogar europapolitische Sicht einzunehmen. Es sollen Instrumente für die Umsetzung der
digitalen Transformation im Mobilitätsbereich benannt und klare Empfehlungen
für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft abgeleitet werden.
„Baden-Württemberg ist die Wiege des Automobils. Und unser Ziel muss es daher sein, dass auch das Auto der Zukunft ‚Made in Baden-Württemberg‘ ist“, sagte Ministerpräsident
Winfried Kretschmann, der mit der Landesregierung das neue Format der institutionalisierten Zusammenarbeit angeordnet hat.
Der moderne Weg, den die Landesregierung damit verfolgt, zeigt vor allem auf, worum
es geht: dass in der digitalisierten Gegenwart und Zukunft die fest definierten
Branchengrenzen der Vergangenheit zunehmend verschwinden.
Der Transformationsprozess, der durch den SDA angestoßen wird, berücksichtigt, dass heutzutage und in Zukunft nicht mehr in Branchen gedacht wird.
Bei den Aushängeschildern der deutschen Automobilwirtschaft, der Porsche AG und der Daimler AG, stehen die Themen ganz weit oben auf der Agenda. Daimler hat im Transformationsrat des Strategiedialogs ein Bündnis für Bildung initiiert. Porsche
investiert bis 2022 sechs Milliarden Euro in die Elektrifizierung, setzt auf Schnittstellen zu Zukunftstechnologien und innovativen Start-ups.
Eines der sechs Themenfelder des SDA beschäftigt sich mit dem Thema Digitalisierung unter Leitung des Innenministers von Baden-Württemberg, Thomas Strobl und des Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG, Lutz Meschke. Im Fokus
stehen hierbei auch die Kommunen als Betreiber digitaler Infrastrukturen, von Mobilitätsangeboten und Verkehrssystemen. Die vorliegende Ausgabe der #6789 gibt einen näheren Einblick in das Themenfeld Digitalisierung des SDA. Mehr dazu lesen
Sie auch im Doppel-Interview der beiden Leiter des Themenfelds Digitalisierung,
Thomas Strobl und Lutz Meschke.