Die Gefahren lauern hinter jedem Bit

Willkommen im Cyberspace, einer virtuellen Welt, die uns unglaublich fasziniert, die ein Großteil von uns in seiner gesamten Komplexität vermutlich nie verstehen wird – und die uns verständlicherweise auch Angst macht.

Datenmissbrauch, Datenschutz, Datenschutzgesetze – diese Begriffe wird bestimmt schon jeder von uns einmal gehört haben. Wenn Daten aber missbraucht werden und wir einen Schutz dieser Daten benötigen, setzt dies voraus, dass Daten etwas sehr Wertvolles sind. Was also macht Daten so wertvoll? Geburtsdatum, Postleitzahl, Handy- und Gesundheitsdaten, Mobilitätsprofile, das eigene Einkaufs- und Bestellverhalten – im Netz werden massenhaft Daten von und über uns gesammelt. Diese sind Gold wert und lassen sich gewinnbringend verkaufen.

Daten sind zu einem Wirtschaftsgut erster Güte geworden, neben Rohstoffen und Handelswaren. Dabei bleiben bisweilen Kontrolle und Transparenz, was mit unseren Daten geschieht, auf der Strecke. Wie wertvoll unsere Daten sind, sieht man an den Giganten der Internetwelt wie Facebook, Google oder dem Großversandhändler Amazon. Ihre milliardenschweren Unternehmensgewinne basieren in erster Linie auf Daten. Daten sind also mehr als nur Informationen. Sie sind so wertvoll wie Zahlungsmittel – und somit auch sehr begehrt bei Hackern und Kriminellen. Womit wir beim Thema dieser Ausgabe, der Cybersicherheit, sind. Als Cybersicherheit wird in der Praxis die Verteidigung von elektronischen Systemen wie Computern im privaten und unternehmerischen Bereich vor böswilligen Angriffen bezeichnet. Zu diesen Systemen gehören auch Server, Smartphones, Tablets, allgemeine Netzwerke – und Daten. Cybersicherheit umfasst aber nicht nur die Abwehr von Hackerangriffen. Auch die Datensicherheit von Informationstechnologien, die Wiederherstellung von verlorenen oder beschädigten Daten sowie die Schulung von Endbenutzern fallen unter den Begriff Cybersicherheit.


85.960 polizeilich erfasste Fälle von Cyberkriminalität
wurden laut Statistik 2017 gezählt.


Es gibt drei Bedrohungsarten, die die Cybersicherheit gefährden

1. „Die Cyberkriminalität“

Die Täter nutzen moderne Informationstechnik, um an sensible Daten oder Passwörter ihrer potenziellen Opfer heranzukommen. Diese Art von Kriminalität wird oft auch als Identitätsdiebstahl bezeichnet. Der Einsatz von Schadsoftware in betrügerischer Absicht, zum Beispiel zur digitalen Erpressung, ist ein weiterer Aspekt. Die Täter infizieren Computer, um Dateien und Dokumente zu verschlüsseln, und fordern dann ein Lösegeld von ihren Opfern. Eine weitere Gefahr ist die Fernsteuerung von Computern. Man spricht hier von sogenannten Botnetzen, wenn viele, meist gleich mehrere Tausend Rechnersysteme mit einem Schadcode infiziert und zusammengeschlossen werden und per Fernsteuerung von Kriminellen zur Durchführung bestimmter Aktionen genutzt werden. Die Liste an Internetkriminalität könnte sich so endlos weiterführen lassen. Dem vorsätzlich kriminellen Einfallsreichtum der Täter sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Cyberkriminalität in den Griff zu bekommen ist sehr schwer.

Besonders ein Umstand macht es den Experten in Sachen Internetsicherheit nicht gerade leicht, an die Täter heran zu gelangen. Die Besonderheit der Cyberkriminalität besteht darin, dass die Täter nahezu von jedem Ort der Welt agieren und ihre Spuren relativ gut verschleiern können. Sollte es dennoch einmal gelingen, den Tatort ausfindig zu machen, so muss dieser nicht zwingend mit dem Taterfolgsort identisch sein. Man tappt auf Seiten der Ermittler sozusagen im Dunkeln. 85.960 polizeilich erfasste Fälle von Cyberkriminalität wurden laut Statistik 2017 gezählt. Hinzu kommen 63.939 Fälle von Computerbetrug und 8.762 bekannte Fälle des Ausspähens von Daten. Die Dunkelziffer dürfte dabei noch viel höher liegen.

2. „Der Cyberkrieg“

Hier sind, wie der Name schon suggeriert, ganz andere Kräfte am Werk. Cyberkrieg ist meist politisch motiviert. Diese Art von Cybergefährdung zielt auf eine ganz andere Ebene. Prinzipiell ist dadurch ein ganzes Land, seine Regierung und am Ende auch die Bevölkerung betroffen. Cyberkrieg wird gegen Informationen und gegen Systeme, auf denen sich Informationen befinden, geführt. Angriffsziele in einem Cyberkrieg sind unter anderem offizielle Webseiten und Netzwerke staatlicher Institutionen mit dem Ziel, wichtige digitale Dienste zu unterbrechen, Daten und Informationen zu stehlen oder zu manipulieren, aber auch um wichtige Finanzsysteme zu schädigen.

3. „Der Cyberterror“

Die wohl perfideste Art, einem die Lust am Internet zu vergällen, ist der Cyberterror. Hierbei geht es einfach nur darum, elektronische Systeme zu untergraben und Panik zu verbreiten. Wer kennt sie nicht: Trojaner, Viren, Würmer und Spyware. Oft liegt der Zweck in diesen Schadprogrammen nur darin, möglichst zahlreiche Computer zu schädigen und Daten unbrauchbar zu machen. Der Internetnutzer kommt mit Schadprogrammen vorwiegend über Anhänge unerwünschter E-Mails, Spams, aber auch durch das Herunterladen von Programmen in Kontakt. Es gibt auch viele Schnittpunkte zwischen Cyberterror und Cyberkriminalität. Spyware, Spionageprogramme, zum Beispiel, sollen heimlich Daten von Internetnutzern sammeln und weiterleiten. Im Cyberspace gibt es keine Grenzen die den Zugang zu Informationen, Daten und Redefreiheit reglementieren. Cyberkriminelle nutzen dies gnadenlos zu ihrem eigenen Vorteil aus.


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